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Spruch 6

Akzente. Ahaus  - Gronau
Spitzensport + Spitzenstudium - Wie geht das zusammen?

DK 2018 WestmattelmannDK 2018 Westmattelmann Gespräch

Nach dem 2. Abendessen habe ich mir die Brötchen für die Nacht geschmiert

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Akzente Gronau-Ahaus“ hat der Rennrad-Profi Dr. Daniel Westmattelmann auf Einladung der Volkshochschulen Gronau und Ahaus und des Driland Kollegs am Dienstag interessierten Bürgern im Gronauer Weiterbildungskolleg berichtet, wie er es schafft, zwei Karrieren mit einander zu vereinbaren.

Radprofi zu sein ist Stress pur. Eine Promotion in den Wirtschaftswissenschaften auch kein Spaziergang. Das kann man sich als Laie vorstellen. Wie beides zusammengeht, eher nicht. Angefangen hat der heute beim Team Lotto-Kern-Haus verpflichtete Radprofi mit Freunden aus der Nachbarschaft. Unterstützt durch die Eltern unternahmen die Jungs Radausflüge in der Umgebung. Mit 16 fing Dr. Daniel Westmattelmann an, von einer Profi-Karriere im Radsport zu träumen. Dass das geklappt hat, sagt der heute Dreißigjährige, liege nicht daran, dass er „so ein tolles Talent gewesen sei“, sondern, dass er mit einem starken Willen und viel Disziplin an sich selbst gearbeitet habe. Seit 2008 zahlen sich seine Anstrengungen auch sportlich aus: Pokale und Trophäen von Radrennen aus verschiedenen Teilen der Welt sammeln sich bei dem Sportler in seiner Heimat Münster. Das Angebot, in ein Worldtour-Team zu wechseln, hat er vor 11 Jahren dennoch abgelehnt. Mit Blick auf Spitzensportler aus anderen Disziplinen sagt er heute: „Wer sich dazu entscheidet, nur noch vom und für den Sport zu leben, trifft eine bewusste Entscheidung. Das bedeutet sehr viel Stress. Aber der ist ja dann auch eingepreist. Das weiß man vorher.“ Für ihn war daher klar: Seine Karriere nur im Sport voranzutreiben, ist zu riskant; so wurde die Wissenschaft sein zweites Standbein. Dr. Daniel Westmattelmann hat sich auch dort zielstrebig orientiert: Nach dem Abitur folgte ein BWL-Studium und mittlerweile die Promotion. Er strebt eine Wissenschaftskarriere als zweites Standbein an und ist auch hierin sehr erfolgreich. Den Sport hat er deswegen nicht aufgegeben. „Ich habe meine Work-life-balance gefunden“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Münster, „Wenn ich verletzt bin oder sportlich vor Hindernissen stehe, hilft mir die Wissenschaft weiter. Ich falle dann nicht in ein Loch, sondern arbeite dann akademisch. Wenn ich an der Uni nicht mehr weiter kann, hilft es mir im Gegenzug, mich auf’s Rennrad zu schwingen – nach vier Stunden Training ist der Kopf wieder frei.“ Ohne einen straffen Zeitplan geht das aber in der Regel nicht: Sonntags plant er mit seiner Freundin die anstehende Woche durch. 20 Stunden Training pro Woche sind da das Minimum, dazu kommen Zeiten im Fitnessstudio und vor allem die Reisen zu den Rennen. Immer nur Hochleistung. Kann das gutgehen? Die Antwort gibt Dr. Daniel Westmattelmann selbst: Er hat sie als harte Lektion lernen müssen: „Irgendwann sind meine Blutwerte völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Ärzte konnten nichts physiologisch finden. Ich hatte mich selbst einfach völlig überfordert. Seitdem weiß ich, dass ich auch meine Ruhephasen einplanen muss und nicht vom einen ins andere springen kann.“ Was kann der Laie daraus lernen, fragten sich die Zuhörer und bekamen die Antwort vom Moderator Nikolaus Urban, der den Spitzensportler während der Arbeit an seinem Buch „Neunzig Prozent“ in Münster kennengelernt hatte: „Man muss sich selbst verdammt gut kennen. Wer sich selbst kennt, wer weiß, wo seine Grenzen sind, und wo vielleicht ein Ausgleich zu der Anstrengung in einem Bereich zu finden ist, der kann tolle Leistungen bringen ohne zusammenzuklappen.“ Wie solche Grenzerfahrungen aussehen, erfuhr Dr. Daniel Westmattelmann bei einem 11-Tage-Rennen in Mexiko: Nicht an die Höhenluft gewöhnt, stieg sein Kalorienbedarf während des Rennens auf satte 7000 Kalorien pro Tag. Da nahm er sich dann nach zwei Abendessen auch schon mal Brötchen für die Nacht mit ins Bett, um es bis zum Frühstück am nächsten Morgen auszuhalten.

Wissenschaftlich setzt sich der Wirtschaftswissenschaftler mit einem Herzensthema auseinander: Gerade seine Sportart ist wie kaum eine andere in den letzten Jahren dem Doping-Vorwurf ausgesetzt. Dr. Westmattelmann hat in seiner Dissertation ein System entwickelt, das den Anti-Doping-Agenturen weltweit helfen soll, ihre finanziellen Mittel effizienter als bisher einzusetzen und so die Aufklärungsquote zu erhöhen. Wie nötig das ist, zeigen Umfragen und Untersuchungen im Spitzensport: Obwohl die Doping-Quote im Spitzensport bei 20-30% liegen dürfte, werden nur 1 % der gedopten Sportler des Doping überführt – „und das gilt nur für die Substanzen, die laut Doping-Liste nicht zugelassen sind“, gibt Westmattelmann zu bedenken.

In diesem Punkt waren sich am Dienstagabend im Driland Kolleg das Publikum und der Münsteraner absolut einig: Doping ist unfair und inakzeptabel und hat in sportlichen Wettkämpfen nichts zu suchen – ebenso wenig wie in der Schule oder dem Studium.

 

Aktuelle Termine

19. - 21. April:
Besuch von Studierenden unserer Partnerschule aus Leuven am Driland Kolleg

 

 

 

 

Aktuelles

Besuch aus Belgien
19. - 21. April: Besuch von Studierenden unserer Partnerschule aus Leuven am Driland Kolleg

Freie Plätze
Im Wintersemester 2018, Beginn 01.08.2018 (nach den Sommerferien), sind in allen Bildungsgängen noch Plätze frei! Bewerben Sie sich jetzt!

Föderkreis am Driland Kolleg
Auf der Sitzung des Förderkreises am Driland Kolleg am 20.03.2018 wurde ein neuer Vorstand gewählt:
Vorsitzender: Jürgen Pohlmann
2. Vorsitzende: Claudia Naatz
Protokollführerin: Vanessa Märte
Kassierer: Gilbert Baltres

Der neue Vorstand bedankt sich bei der bisherigen Vorsitzenden Renate Strickling für ihre Arbeit und das ihm entgegen gebrachte Vertrauen.

Bewegliche Ferientage im Sommersemester

11.05.2018 Freitag nach Christi Himmelfahrt

01.06.2018 Freitag nach Fronleichnam

Pfingstferien
21.05. bis 25.05.2018 Pfingstferien (nur im Jahr 2018)