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Spruch 6

Akzente. Ahaus - Gronau (Veranstaltungen des Driland Kollegs - der Euregio VHS Gronau - der VHS/aktuelles Forum Ahaus)

Europa vor unserer Haustür (10.10.2018 am Driland Kolleg)
Europa vor der HaustürNL D EU

Europa bietet viel Gesprächsstoff. Das zeigte sich bei der Veranstaltung des Driland Kollegs mit der Euregio VHS Gronau und der VHS/aktuelles Forum Ahaus am Mittwoch in Gronau deutlich. Shoppen in Enschede oder mal eben Patat in Overdinkel halen ist für Gronauer nichts besonders. Wenn es aber um Ausbildungen oder die Arbeitsplatzwahl geht, tun sich Deutsche wie Niederländer nach wie vor schwer, die Grenze zu überschreiten. Das ist schade, vor allem, weil auf der jeweils anderen Seite gerade die Leute gesucht werden, die im anderen Land vorhanden sind. Die Grenze auch als Chance zu begreifen, war ein Anliegen der Diskussionspartner Rob Welten, Corinna Endlich, Miriam Szalata und Robert Kip.
Europa ZuschauerEuropa Moderation
Das Driland Kolleg ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch Schulen mit einem Fremdsprachenprofil, in dem die Nachbarsprache einen festen Platz hat, einen Teil dazu beitragen können, dass die Grenze auch in diesem Bereich durchlässiger wird.


Der Jahrgang mit dem kleinen Extra...

Abschlussjahrgang SS 2018 
Bei strahlendem Wetter hat das Driland Kolleg in Gronau seine Absolventen aus Ahaus, Gronau und dem weiten Umland mit einer Feierstunde in eine sichere Zukunft entlassen. 23 Abiturienten, 9 Absolventen der Fachhochschulreife und 25 erwachsene Studierende mit Mittlerem Schulabschluss erhielten im Schulgebäude an der Konrad-Adenauer-Straße in Anwesenheit des Stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Gronau und des Leiters der Ahauser Volkshochschule ihre vielbegehrten Abschlusszeugnisse.
Hinter der 38-jährigen Gronauerin Filiz Durmaz liegt eine stressige Zeit. Die gelernte Frisörin weiß genau, wovon Dr. Nikolaus Schneider spricht als dieser die Feierstunde in Gronau mit einem Zitat aus dem Essay „Der Mythos von Sisyphos“ von Albert Camus eröffnet: als Mutter von vier Kindern war es ein Spagat von drei Jahren, das Familienleben und die eigene schulische Entwicklung zu koordinieren. Dennoch ist Filiz Durmaz ein Paradebeispiel für das Zitat, dass Dr. Schneider einbringt: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“, sagt der Leiter der VHS/aktuelles Forum Ahaus. Genau so fühlt sich die stolze Mutter, wenn sie auf die harte Arbeit zurückblickt: „Mein Blickfeld hat sich erweitert – ich weiß jetzt, dass es eine andere Welt gibt.“, sagt die Studierende, die in ihrer überwiegend türkisch geprägten sozialen Umgebung viele Mütter kennt, denen es reicht, Mutter und Hausfrau zu sein und nebenbei einen 450-Euro-Job zu haben. Dass sie mehr erreicht hat, hat sie der Motivation ihrer Schwester und ihrer Schwägerin zu verdanken. Jetzt sind alle stolz auf sie und machen in ihr ein Vorbild für andere aus – gerade weil sie ein Kopftuch trägt. „Viele halten uns deswegen für wenig gebildet und rückständig“, gibt die Absolventin zu bedenken und erklärt ihre Studienpläne in den Niederlanden. Mit ihrem Werdegang entkräftet sie die Vorurteile.
Hier wird deutlich, wie passend das Motto des diesjährigen Abschlusses „Der Anfang ist gemacht…“ ist: Die Bildungsabschlüsse am Weiterbildungskolleg sind Zwischenstationen in den Bildungsverläufen Erwachsener, die schon mit einiger Berufserfahrung an das Driland Kolleg kommen und es dann auf dem Weg in andere Karrieren wieder verlassen. „Die Kunst, das Morgen zu denken“, nennt das der Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Gronau Werner Bajorath, der in seiner Rede die Emotionen betont, ohne die keine rationale Entscheidung getroffen werden könne.
AchtereschKeesen
Für die Studierenden griff der ehemalige Studierendensprecher Rick Achteresch die Idee auf und nannte den Abschluss eine Tür, durch die zu gehen sich die Studierenden getraut haben. Der Industriekaufmann mit einer starken Abneigung für die Mathematik war im Ersten Bildungsweg gescheitert und hat am Driland Kolleg eine Schule gefunden, von der er sagt, dass er sich nicht vorstellen konnte, dass Schule so sein kann. Seine Motivation hat sich ausgezahlt: mit 1,0 hat er das beste Abitur seines Jahrgangs erzielt und kann sich seinen Traum vom Medizin-Studium erfüllen.
Wie stark ihn Kafka begeistert hat, wurde deutlich als er während seiner Rede zur Belustigung des Publikums eine Pinguin-Figur durch den Raum laufen ließ.
Oftmals sind es die Zufälle, die dazu führen, dass Erwachsene sich noch einmal umorientieren. So war es beim Ahauser Arne Vennhoff: Bei einer Jagdgesellschaft erfuhr er von den guten Erfahrungen anderer Jäger am Ahauser Standort des Weiterbildungskollegs. Das bestärkte ihn, den eingeschlagenen Weg zu verlassen, obwohl er seine Schreiner-Ausbildung sogar mit einer Verkürzung beenden durfte. Jetzt plant er einen Management-Studiengang aufzunehmen. Wie alle Absolventen hebt auch er den Unterschied zu den Jugendschulen hervor und sieht in seiner Schullaufbahn die beste Entscheidung seines Lebens: „Die Klassen sind klein und die Lehrer wahnsinnig hilfsbereit. Der Zusammenhalt ist enorm.“
„Edgeworker“ nennt der Leitende Kollegdirektor Oliver Keesen diese Menschen, die sich trauen, über die Klippe zu springen in ein neues Leben und sieht in ihnen diejenigen, die unsere Gesellschaft weiterbringen, weil sie sich trauen, die Geborgenheit des Bekannten zu verlassen und neue Wege einzuschlagen. Für alle Absolventen ist der erreichte Abschluss etwas Besonderes, aber in besonderem Maße gilt das für die 23-jährige Gronauerin Jana Thebelt. Sie hat aus ihrer zweiten Schullaufbahn noch ein kleines Extrachen mitgenommen: Im November ist ihre Tochter Lucy zur Welt gekommen – von da an wurde die Schullaufbahn zu einer echten Familienangelegenheit. Ihr Abitur hat sie dennoch ohne Zeitverlust bestanden. Nach einer Babypause will sie soziale Arbeit studieren. Die Werbung, die die Beratungslehrerin Uta Riedl in ihre Rede einbaut, wird aber nicht gänzlich vergebens sein: Einige der heutigen Absolventen wollen später Lehrer werden und werden – wer weiß – eines Tages auf der anderen Seites des Pultes stehen.

Absolventen Sommer 2018:
MSA: Davina Häming, Lena Wilmer (Ahaus), Nabila Chamoun, Kaoutar Elliyaoui, Amal Elliyaoui, Lars Hentschel, Andree Kifarkis, Sarah Kumru, Tahir Sarisu (Gronau), Dennis Basler, Ewald Hopp (Legden), Bezar Aldemir (Metelen), Frederike Wöhrl (Wiesbaden)

Fachabitur: Roman Kerkhoff (Ahaus), Katrin Heying, Berfin Karaman, Gülsen Karaman (Gronau)

Abitur: Stefan Hirte, Rebecca Hörst, Oliver Krause, Pia Rose, Maximilian Rudert, Arne Vennhoff (Ahaus), Nadine Kortüm (Billerbeck), Rick Achteresch, Julia Borninkhof, Filiz Durmaz, Muriel Fabian, Jannis Jobski, Susana Malhao Ezequiel, Dardano Maloku, Jana Thebelt, Nils Weßeling (Gronau), Christian Weßels (Metelen), Anzhela Alkhasova, Nadja Voß (Stadtlohn), Julian Schulte (Steinfurt), Agnes Olbers (Vreden)


Besuch aus Belgien
15 Jahre Europaaustausch – und kein bisschen müde! Seit mittlerweile 15 Jahren gibt es den Austausch des Gronauer Driland Kollegs mit seiner Partnerschule im belgischen Leuven. Am letzten Wochenende war wieder eine belgische Gruppe in Gronau zu Gast, um Deutschland kennenzulernen und sich mit den Studierenden des Weiterbildungskollegs auszutauschen. Für viele Belgier war der Austausch die erste Begegnung mit Deutschland. „Es ist alles so ordentlich hier!“, meinte der 19-jährige Ward über sein erstes Kennenlernen Gronaus. Den Belgiern gefiel der planvolle Ablauf, den die Dinge in Deutschland nehmen. Das Aufzeigen im Unterricht gehört dazu wie auch die Abfalltrennung. Viele Belgier machten von einer Schnupperstunde im Fach Niederländisch Gebrauch. Hier konnten sie den Deutschen mit ihrer Muttersprache unter die Arme greifen und im Gegenzug ihr Deutsch verbessern. Deutsch ist am CVO TKO Leuven-Landen eine der modernen Fremdsprachen und wird dort auf verschiedenen Niveaus unterrichtet. Zum ersten Mal hat das Vorbereitungsteam auch den Schulstandort Ahaus in die Aktivitäten mit eingebunden und das neue Kulturquadrat als Glanzstück der Stadtplanung präsentiert. Inhaltlich haben Deutsche und Belgier in einem Foto-Story-Projekt zusammengearbeitet. Dabei haben sie in gemischten Gruppen mit dem Smartphone Fotos gemacht und sie dann mit einer Comic-App nachbearbeitet. So entstanden Foto- Geschichten zu den Themen „Sport“, „Freundschaft“ oder „Schule“. Dass das Wetter am letzten Wochenende perfekt war, kam auch einem Segelschnupperkurs auf dem Driland See zugute. Der Gronauer Segelclub WSVG 09 hat das Schulprojekt tatkräftig unterstützt und für viel Spaß gesorgt. Sehr beeindruckt waren die Lehrer und Studierenden aus dem Partnerland von der technischen Ausstattung der Gronauer Schule. Computergesteuerte Tafeln und Dokumentenkameras sind für die Belgier vorerst ein ferner Traum. Manchen Belgier hat dies aber auch zu neuen Berufsperspektiven veranlasst: Bei der Lehrerknappheit in NRW könnte mancher Studierende sich vorstellen, in einigen Jahren als Lehrer ans Driland Kolleg zurückzukehren, um hier Niederländisch zu unterrichten. Vorerst jedoch muss noch die Einladung der Belgier eingelöst werden: 2019 bricht wieder eine Gruppe Deutscher nach Leuven auf…

AhausAhaus Schloss

DK Austausch 2018segeln boote

Sprung


Akzente. Ahaus  - Gronau
Spitzensport + Spitzenstudium - Wie geht das zusammen?

DK 2018 WestmattelmannDK 2018 Westmattelmann Gespräch

Nach dem 2. Abendessen habe ich mir die Brötchen für die Nacht geschmiert

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Akzente Gronau-Ahaus“ hat der Rennrad-Profi Dr. Daniel Westmattelmann auf Einladung der Volkshochschulen Gronau und Ahaus und des Driland Kollegs am Dienstag interessierten Bürgern im Gronauer Weiterbildungskolleg berichtet, wie er es schafft, zwei Karrieren mit einander zu vereinbaren.

Radprofi zu sein ist Stress pur. Eine Promotion in den Wirtschaftswissenschaften auch kein Spaziergang. Das kann man sich als Laie vorstellen. Wie beides zusammengeht, eher nicht. Angefangen hat der heute beim Team Lotto-Kern-Haus verpflichtete Radprofi mit Freunden aus der Nachbarschaft. Unterstützt durch die Eltern unternahmen die Jungs Radausflüge in der Umgebung. Mit 16 fing Dr. Daniel Westmattelmann an, von einer Profi-Karriere im Radsport zu träumen. Dass das geklappt hat, sagt der heute Dreißigjährige, liege nicht daran, dass er „so ein tolles Talent gewesen sei“, sondern, dass er mit einem starken Willen und viel Disziplin an sich selbst gearbeitet habe. Seit 2008 zahlen sich seine Anstrengungen auch sportlich aus: Pokale und Trophäen von Radrennen aus verschiedenen Teilen der Welt sammeln sich bei dem Sportler in seiner Heimat Münster. Das Angebot, in ein Worldtour-Team zu wechseln, hat er vor 11 Jahren dennoch abgelehnt. Mit Blick auf Spitzensportler aus anderen Disziplinen sagt er heute: „Wer sich dazu entscheidet, nur noch vom und für den Sport zu leben, trifft eine bewusste Entscheidung. Das bedeutet sehr viel Stress. Aber der ist ja dann auch eingepreist. Das weiß man vorher.“ Für ihn war daher klar: Seine Karriere nur im Sport voranzutreiben, ist zu riskant; so wurde die Wissenschaft sein zweites Standbein. Dr. Daniel Westmattelmann hat sich auch dort zielstrebig orientiert: Nach dem Abitur folgte ein BWL-Studium und mittlerweile die Promotion. Er strebt eine Wissenschaftskarriere als zweites Standbein an und ist auch hierin sehr erfolgreich. Den Sport hat er deswegen nicht aufgegeben. „Ich habe meine Work-life-balance gefunden“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Münster, „Wenn ich verletzt bin oder sportlich vor Hindernissen stehe, hilft mir die Wissenschaft weiter. Ich falle dann nicht in ein Loch, sondern arbeite dann akademisch. Wenn ich an der Uni nicht mehr weiter kann, hilft es mir im Gegenzug, mich auf’s Rennrad zu schwingen – nach vier Stunden Training ist der Kopf wieder frei.“ Ohne einen straffen Zeitplan geht das aber in der Regel nicht: Sonntags plant er mit seiner Freundin die anstehende Woche durch. 20 Stunden Training pro Woche sind da das Minimum, dazu kommen Zeiten im Fitnessstudio und vor allem die Reisen zu den Rennen. Immer nur Hochleistung. Kann das gutgehen? Die Antwort gibt Dr. Daniel Westmattelmann selbst: Er hat sie als harte Lektion lernen müssen: „Irgendwann sind meine Blutwerte völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Ärzte konnten nichts physiologisch finden. Ich hatte mich selbst einfach völlig überfordert. Seitdem weiß ich, dass ich auch meine Ruhephasen einplanen muss und nicht vom einen ins andere springen kann.“ Was kann der Laie daraus lernen, fragten sich die Zuhörer und bekamen die Antwort vom Moderator Nikolaus Urban, der den Spitzensportler während der Arbeit an seinem Buch „Neunzig Prozent“ in Münster kennengelernt hatte: „Man muss sich selbst verdammt gut kennen. Wer sich selbst kennt, wer weiß, wo seine Grenzen sind, und wo vielleicht ein Ausgleich zu der Anstrengung in einem Bereich zu finden ist, der kann tolle Leistungen bringen ohne zusammenzuklappen.“ Wie solche Grenzerfahrungen aussehen, erfuhr Dr. Daniel Westmattelmann bei einem 11-Tage-Rennen in Mexiko: Nicht an die Höhenluft gewöhnt, stieg sein Kalorienbedarf während des Rennens auf satte 7000 Kalorien pro Tag. Da nahm er sich dann nach zwei Abendessen auch schon mal Brötchen für die Nacht mit ins Bett, um es bis zum Frühstück am nächsten Morgen auszuhalten.

Wissenschaftlich setzt sich der Wirtschaftswissenschaftler mit einem Herzensthema auseinander: Gerade seine Sportart ist wie kaum eine andere in den letzten Jahren dem Doping-Vorwurf ausgesetzt. Dr. Westmattelmann hat in seiner Dissertation ein System entwickelt, das den Anti-Doping-Agenturen weltweit helfen soll, ihre finanziellen Mittel effizienter als bisher einzusetzen und so die Aufklärungsquote zu erhöhen. Wie nötig das ist, zeigen Umfragen und Untersuchungen im Spitzensport: Obwohl die Doping-Quote im Spitzensport bei 20-30% liegen dürfte, werden nur 1 % der gedopten Sportler des Doping überführt – „und das gilt nur für die Substanzen, die laut Doping-Liste nicht zugelassen sind“, gibt Westmattelmann zu bedenken.

In diesem Punkt waren sich am Dienstagabend im Driland Kolleg das Publikum und der Münsteraner absolut einig: Doping ist unfair und inakzeptabel und hat in sportlichen Wettkämpfen nichts zu suchen – ebenso wenig wie in der Schule oder dem Studium.

 

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